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Urlaubsanspruch bei eigener Kündigung

Grundsätzlich verfällt der bereits erworbene Urlaubsanspruch bei eigener Kündigung nicht. Es ist dem Grunde nach auch nicht relevant, wer die Kündigung ausspricht. An dieser Stelle ist allerdings zu beachten, dass ein Anspruch auf den vollen Jahresurlaub erst nach einem Arbeitsverhältnis von sechs vollen Monaten besteht. Demnach ist es nicht möglich, wenn man die Beschäftigung im Januar aufgenommen hat und im Mai kündigen möchte, schon im April den ganzen Jahresurlaub abzusetzen.

Besonderheiten bei eigener Kündigung

Auch wenn ein Arbeitnehmer kündigt bleibt sein erworbener Urlaubsanspruch im vollen Umfang erhalten. Dies ist sogar vom Gesetzgeber geschützt. Mit Erholungsurlaub soll die Gesundheit des Angestellten oder Arbeiters gewahrt werden. Nicht selten kommt es vor, dass Arbeitgeber bei Kündigungen durch die Arbeitnehmer versuchen, den bereits gewährten Urlaub zu verweigern. Dafür haben die Arbeitgeber aber keine gesetzliche Grundlage.

Ein Widerruf des bereits genehmigten Urlaubs ist von Seiten des Arbeitgebers nicht zulässig. Wird die Kündigung des Arbeitnehmers erst zum 1. Juli eines Jahres wirksam, so steht ihm der volle Jahresurlaub zur freien Verfügung. Die einzige Voraussetzung ist, dass das Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate bestand hatte. War die Zeitspanne kürzer, so besteht in jedem Falle allerdings ein anteiliger Anspruch auf Erholungsurlaub. Wenn Arbeitsplätze nahtlos in einander übergehen sollen, sollte der Arbeitnehmer demnach einen Beschäftigungsbeginn nach dem 1. Juli beim neuen Arbeitgeber wählen. Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, den restlichen erworbenen Urlaub zu gewähren.

Kündigt der Arbeitnehmer allerdings so kurzfristig, dass mehr Urlaubstage als verbleibende Arbeitstage vorliegen, dann darf grundsätzlich eine Auszahlung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart werden. In allen anderen Fällen darf keine Auszahlung erfolgen. Der beanspruchbare Urlaub muss wirklich als Freizeit gewährleistet werden. Die Form der Auszahlung ist nur möglich, da der grundsätzlich gewährte Anspruch auf Urlaubstage nicht verfallen darf.

Bei Kündigung durch den Arbeitnehmer bezieht sich der Anspruch allerdings nur auf den vom Gesetzgeber zugesicherten Urlaub. Sollte der Arbeitnehmer intern mit dem Arbeitgeber weiter Vereinbarungen getroffen haben, so besteht darauf kein gesetzlicher Anspruch. Vertraglich vereinbarte Urlaubstage können demnach verfallen.

Was passiert, wenn ein Arbeitnehmer kündigt, obwohl er mehr als die gesetzlich vorgeschriebene Anzahl an Urlaubstagen wahrgenommen hat?

Im Grunde geschieht in dieser Konstellation nichts. Der Arbeitnehmer ist nicht verpflichtet, die Urlaubstage zurückzuzahlen, hat aber auch keinen rechtlichen Anspruch auf weitere. Der Arbeitnehmer ist immer gut beraten, den Arbeitgeber gleich bei der Kündigung auf den verbleibenden Urlaubsanspruch hinzuweisen.
Sollte ein Urlaub aus betrieblichen Gründen nicht gewährleistet werden können, da zum Beispiel der Betrieb Mehrarbeit anordnet, so können Arbeitnehmer eine Auszahlung des Urlaubsanspruches mit dem Arbeitgeber vereinbaren. Wichtig ist an dieser Stelle auch, dass Krankheit während der Urlaubszeit nicht als Urlaub zählt. Dies gilt auch bei Urlaub nach einer Kündigung. Sollten Arbeitnehmer eine Kündigung eingereicht haben und ihren restlichen Urlaubsanspruch wahrnehmen, ist Krankheit ebenfalls ein Grund den Urlaub wieder gutschreiben zu lassen.

Fazit:

Jeder Arbeitnehmer kann sich auf das BUrlG berufen. Darin ist festgelegt, dass ein Anspruch auf Erholungsurlaub besteht. Es ist dabei nicht von Belangen, ob eine Kündigung im Raum steht oder nicht. Der erworbene Urlaub steht dem Arbeitnehmer zu. Oftmals wird dieser an das Ende der Beschäftigungszeit gehangen, sodass der ehemalige Arbeitsplatz eher verlassen werden kann.

Bildquelle: Zeitung mit der Überschrift Stellenmarkt © Zerbor – fotolia.com

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